Gedichte für kleine Wichte

 

Ali

Ich erzähle die Geschichte von Ali,

der wollte so gerne mal nach Bali.

Er schnappte sich ein kleines Boot

und segelte ins Abendrot.

Doch leider kam er nie dort an,

weil er nur rechtsrum segeln kann.

So kam er nach Timbuktu

da gab es Riesen, da guckst du! 

Die Riesen nahmen Ali auf,

doch Ali, der sprach kurz darauf:

„Habt ihr denn hier kein Fußball!“

und plötzlich mit einem lauten Knall 

rollte ein gewaltiger Ball aus Stein

- direkt vor Ali’s Bein.

Doch war der Ball vier mal so groß und schwer

diesen zu bewegen vermochte er nimmermehr.

Ich kann nicht ohne Fußball leben

dachte sich Ali und verschwand mal eben

und stieg im seichten Abendrot

auf sein kleines Segelboot. 

Er fuhr nach Hause und dank dem Wind 

segelte Ali ganz geschwind 

auch links herum und kam schnell an.

Was man nicht alles erleben kann.

 

 

Maxi

Es war einmal ein Maxi,

der fuhr gerne mit dem Taxi

doch hatte er kein Geld

drum sah er nichts von der Welt.

Da dachte sich der Maxi:

„Wer braucht denn schon ein Taxi?

Ich lerne einfach fliegen!“

Dabei ist er auch geblieben

und sieht jetzt von der Welt ganz viel

und hat dabei auch ganz viel Stil

und eins freut ihn am meisten

das Taxi kann er sich jetzt leisten.

 

Maxe

Der große kleine Maxe,

der schrieb so gerne Faxe.

Am liebsten an seinen Hund,

der ist ganz kugelrund 

denn er aß am liebsten die Faxe

vom kleinen großen Maxe.

 

 

Luca

Der Luca ist ein schlauer Kopf,

er kaufte sich einen großen Topf

und sagte zu seinem besten Freund:

Das ist mir alles Schnuppe,

heut kochen wir ne Suppe!

In ihrer kleinen Kombüse

schnibbelten sie Gemüse,

Zwiebeln und Karotten,

Grünkohl und Schalotten

und Paprika in den Topf hinein.

Oh das wird sicherlich sehr fein.

Später löffelten sie die Suppe aus

und gingen ganz vergnügt nach Haus.

Wie klug sich einen Topf zu kaufen

statt sich in der gleichen Zeit zu raufen.

Manch einen doch so häufig quält,

dass oft die Suppe für das Salz fehlt.

 

 

Joy

Heut sehe ich die Joy,

mit ihrem Rock, ganz neu

worüber ich mich freu!

Der Rock ist pink gepunktet

oder doch punk gepinktet

in jedem Falle rosa schimmernd

oder doch leicht fliedern flatternd 

egal er ist sehr schön

und lieblich anzusehn’.

 

 

 

Thomas

Ich kenne einen PhanThomas,

der hat am Malen ganz viel Spaß!

Er kleckst und pinselt wild aufs Blatt

und sieht sich an Farbe niemals satt.

Im Geheimen wünscht er

er wär ein großer Künstler!

 

 

 

Maria

Maria hat magische Hände,

damit streicht sie gerne über Wände. 

Beim Einmaligen darüberwischen

fängt die Wand plötzlich an zu zischen.

Ganz leicht wird dann ein Bild sichtbar.

Es bewegt sich auch, wie sonderbar.

Aus einer grauen blassen Wand

zaubert Maria kurzerhand

ein lebendes Bild mit Sagenfiguren

mit Drachen oder dunklen Kreaturen.

Langweilig ist es Maria nie

sieht sie eine Wand dann lächelt sie

und stellt sich vor was wohl passiert,

wenn sie mit den Händen darüberschmiert.

 

 

 

 

Yolitta

Yolitta wünscht sich Flügel

mit ihnen saust sie über Hügel,

über weite Wiesen und Wälder,

über Dörfer und bunte Felder,

bis hin zum großen blauen Meer.

Dort braucht sie die Flügel nicht mehr.

 

 

 

 

 

Sarah

Wenn Sarah rückwärts wandern geht,

die Uhr sich schneller vorwärts dreht.

Die Zeit verfliegt ihr wie im Nu,

die Vögel sehn ihr dabei zu.

 Mit einem Mal ist sie am Ziel

und auf dem Weg sah sie ganz viel.

Dinge, die keiner erblickt.

Sarah ist schon sehr geschickt.

Sie weiß nämlich beim rückwärts gehen

kann man die Welt auch anders sehen.

 

 

 

 

Miriam

Plappern, bibbern, ploppen, blubbern

schlabbern,schippen, shoppen, schrubbern.

An einem weißen Strand

saß Miriam gebannt

und schaute in die Wellen

und lauschte dort den Quellen.

- Moment das heißt doch Quallen,

die quellenden Quallen haben ihr gut gefallen.

Sie plappern und bibbern und ploppen und blubbern,

Sie schlabbern und schippen und shoppen und schrubbern.

Bis sie schlußendlich einschlief und träumte

von Dingen die sie am Tag versäumte

 

 

 

 

 

Jakob

Als Jakob durch das Schlüsselloch schaut

da sah er ein geheimes Kraut.

Er fragte sich: „Was könnte das sein?“

und ging direkt zur Türe hinein.

Drin saß eine alte verschrumpelte Echse,

die spielte Skat mit einer schrulligen Hexe

Jakob fragte: „Was ist dieses Kraut?“

- die beiden haben hochgeschaut 

und höhnisch vor sich hin gelacht

das hat Jakob sauer gemacht.

Er schrie die beiden an voll Wut,

den beiden gefiel das sichtlich gut.

„Ich kenne mich mit Kräutern aus!“

Jakob bebte in Saus und Braus.

„Und dieses Kraut, das ist mir fremd,

ich gebe euch mein letztes Hemd,

wenn ihr mir sagt wozu das ist.“

Die Hexe antwortete voll List

„Probier es aus und iss davon.“

- Jakob aß es, in seinem Zorn

und fing langsam an zu schrumpfen.

 die Hexe konnte auftrumpfen

„Du Dummerchen, du kleiner Wicht,

dieses Kraut, das isst man nicht!“

Seit diesem Tag war er verdammt

und wurd der kleine Herr Jakob genannt. 

 

 

 

Joyce

Erst ein Wort, dann vier, dann zehn

an Joyce da kannst du sehen,

wie sich Sprache entwickelt und wächst,

weil sie nach jedem neuen Wort lechzt.

Und Wort für Wort und Satz für Satz

entdeckt sie einen kostbaren Schatz. 

Dieser Schatz ist nicht zu sehen 

doch  ziemlich gut zu verstehen. 

Er liegt in sehr vielen Schichten

in Joyce erzählten Geschichten.

 

 

Theodora

Theodora trägt die Welt 

als wäre sie ein kleines Zelt.

Sie lädt sie auf ihre Schultern und macht das gern.

Über ein leichtes Zelt kann man sich nicht beschwern.

Sie kümmert sich, dass sich auch alles richtig dreht

sie tadelt leise, wenn etwas falsch herum geht.

 

Und jedem der sie fragt

ob sie nicht auch verzagt

bei dieser schweren Welt

dem sagt sie unverstellt:

„Lieber trage ich die Welt 

bevor die Welt zusammenfällt.

Es gibt Dinge, die sind schwerer zu tragen

die liegen dir länger noch im Magen. 

Aber die Welt, die ist leicht wie ein Tuch,

manchmal ein bisschen schwerer, wie ein Buch.

Es lohnt sich doch an jedem Tag

weil ich die Welt so gerne mag.“

 

 

 

 

 

Frau Kaiser

Frau Ki-Ka-KubbeldikuKaiser,

wenn sie kommt dann werden wir leiser

und lauschen gespannt ihren Worten.

und denken dabei nicht an Torten,

an Fußball oder Flugzeuge,

an Raumschiffe oder Kniebeuge.

Halt, an Kniebeuge dürfen wir denken,

damit schafft sie es uns zu lenken

dass wir bedenken ob groß oder klein

geschrieben wird auch in einem Reim.

Frau Ki-Ka-KubbeldikuKaiser

durch sie da werden wir weiser.

 

 

 

Vom Brüllen

Brüllt der Löwe an die Katz

macht sie einen großen Satz

 

„Was brüllst du denn, du Trampeltier?

Glaubst wohl ich hab Angst vor dir,

 weil du hier so herum schreist?

Zudem ist es ziemlich dreist,

meinen Mittagsschlaf zu stören!“

Sie hob an sich zu empören:

„Der König der Tiere weiß wohl nicht:

Wer brüllt hat Unrecht oder Gicht!“

 

Man merke sich in jeder Katz,

steckt immer auch ein kluger Satz. 

 

 

Der Bär, millionenschwer

 

 

Der Bär war ein Millionär

er dachte sich, was soll ich mit dem ganzen Geld machen

alle kaufen sich  so richtig schicke Sachen

das kann ja jeder machen, das ist zum lachen

ich kaufe mir lieber Raketen - die krachen.

Der Bär nahm sein Geld und ging raus in die Welt

und mit seinen Moneten fand er schnell die Raketen.

Er kaufte sie und ging nach Haus

und probierte sie auch gleich mal aus.

Sie flogen plötzlich ziemlich hoch hinaus -

zischbadabumm- war gar nicht schwer

in der Luft drehten sie wild hin und her

flogen mal längs und auch mal quer

Der Bär sah seine Nachbarn, die alle glotzten

die nur mit ihren neuen Autos protzten

jetzt konnte er mit seinen Raketen

die oben über den Dächer schwebten

zeigen das er es krachen lassen kann mit seinem Geld

 

Plötzlich drehte sich der Wind

unten schrie ein kleines Kind

„Guck mal Mama, die Raketen fliegen zurück!“

der Bär erschrak und sah das Unglück

doch es war zu spät um wegzulaufen,

zu spät um sich etwas anderes zu kaufen.

Die Raketen zerstörten sein ganzes Haus

und damit ist die Geschichte aus.

 

 

Ein Gedicht von ALI ÖNDER und Frau Pfister

 

 

 

 

Tante Pante

 

 

Tante Pante ging zum Bäcker

und bestellte dort einen Kräcker

Dann kam noch Onkel Schmonkel vorbei

und sagte „Bestell doch bitte gleich zwei!“

„Oder drei“ rief von hinten noch Vetter Petter

seine Stimme klang jetzt sehr viel netter

im Vergleich zu vor drei Tagen

da lagen ihm die Bohnen im Magen.

Zu diesem illustren Familientreffen

riefen sie nun noch den Neffen Steffen.

Der lief gerade an der Bäckerei vorbei

und dachte sich nichts böses dabei.

Sie knabberten und knusperten

und labberten und lusperten

bis Oma Schrümpel den Kreis verschreckte

weil sie ihren Kopf zur Tür hereinsteckte.

 

 

 

 

Ein Gedicht von Miriam und Frau Pfister